Sunday, February 12, 2012

Tribeca Film Festival: Programmauswahl

April 5, 2010 by Andreas Fuchs  
Filed under Film News (German)

Adam Bousdoukos (left) and Moritz Bleibtreu (right) as brothers Zinos and Illias Kazantsakis in "Soulkitchen" by Fatih Akin.

Adam Bousdoukos (left) and Moritz Bleibtreu (right) as brothers Zinos and Illias Kazantsakis in "Soulkitchen" by Fatih Akin.

Das kommende Tribeca Film Festival (TFF 21. April bis 2. Mai) bietet 34 Beiträge im internationale Fiktions- und Dokumentarwettbewerb von insgesamt prgrammierten 85 Lang- und 47 Kurzfilmen. Bei 5 055 Einreichungen hatte das Auswahlkomitee so viele Filme wie noch niemals zuvor zu sichten. Zu den Special Events gehört die festliche Geburtstagsaufführung von „Doctor Zhivago“ und zwei Work-in-Progress Screenings mit Filmen über den vormaligen New Yorker Gouverneur Eliot Spitzer und den Marinesoldaten Zachary Iscol, der fünf Jahre nach dem Krieg nach Anbar im Irak zurückkehrt. Die in Cinemania umbenannte vormalige Mitternacht Screenings konzentriert sich auf Kult- und Gruselstücke aus dem asiatischen Raum und den Vereinigten Staaten.

Im narrativen Wettbewerb befinden sich weitere vier U.S. Titel, wovon „William Vincent“ mit James Franco, Josh Lucas und Julianne Nicholson die bekannteste Besetzung hat. Die 14 Filme in der Encounters-Reihe – elf davon sind Weltpremieren – können derweil mit Ellen Barkin, Tilda Swinton, Liev Schreiber, Helen Hunt, Brian Dennehy, Eddie Izzard, Kim Cattrall, Rashida Jones und Melissa Leo aufweisen. Als die „am meisten erwarteten“ Titeln bezeichnete die Festivalleitiung allerdings eben jene acht in der Spotlight-Sektion, die bereits allesamt einen U.S. Verleih haben. Zu den hier strahlenden Stars und Stories gehören Casey Affleck, Kate Hudson, Jessica Alba, Robert Duvall, Colin Farrell, Amanda Peet und Rebecca Hall bzw. „Ondine“ (von Neil Jordan; Magnolia Pictures), „Please Give“ (Nicole Holofcener“; Sony Picture Classics hat insges. drei Filme in der Sektion) und „Soul Kitchen“ (Fatih Akin; vier IFC Films, die wie immer zeitgleich mit dem eigenen Kino im hauseigenen Kabelkanal anlaufen).

Von den insgesamt sechs mit deutscher Beteiligung entstandenen Titeln ist die finnische Rugby-Geschichte „Freetime Machos“ (von Mika Ronkainen) als eine jener zwölf Nordamerikapremieren gebucht, die auch über das virtuelle Festival in 40 Millionen Haushalten zu sehen sein werden.

Tribeca Enterprises plant nämlich ausserdem einenweitreichenden Ausbau der Distributionswege für Indies, den Firmenmitbegründerin Jane Rosenthal als „ein aufregend neues Kapitel für Tribeca, das Publikum die gesamte Filmgemensinchaft“ und bezeichnete. Neben einer virtuellen Ausgabe des kommenden Festivals (TFFV) für ein ausdrücklich „weltweites Publikum“ planen die Organisatoren auch einen Verleih über traditionelle Auswertungsformen. Ziel beider Initiativen ist eben letztere neu zu definieren, neue Möglichkeiten für Filme und ihre Macher zu schaffen und damit „noch breitere Publikumsschichten zu erreichen“.

Tribeca Film ist der Name für eine nationale Distributionsplatform, die das Marketing durch die Kompression der traditionellen Auswertungsfenster maximieren will. Den Auftakt macht mit Festivalbeginn ein zeitgleiches VOD-Angebot  von bisher sieben dort zu sehenden Filmen, das anschließend auf Kino, Home Video, Flugzeug, Hotels, Abonnement und werbeunterstützt-kostenlos digital ausgeweitet werden soll. Über die bereits geschlossenen Partnerschaften mit Telekom-, Kabel- und Satellitenanbietern sollen die ersten Titeln im mehr als 40 Millionen Haushalten zu haben sein und im eigenen Kanal mindestens 60 Tage lang zur Verfügung stehen.

Dessenungachtet verblieben die Kinovorführungen im Zentrum von Tribeca und anderen traditionellen Filmfestivals, versicherten die Organisatoren. „Neue Technologien und eine sich verändernde Filmindustrielandschaft … ermöglichen stärkere Bindungen zwischen Filmemachern, Festivals und dem Publikum”. Als „Ergänzung“ zu den Vorführungen in Manhattan werden komplette Spiel- und Kurzfilme, sowie Diskussionen und Red Carpet Livestreaming im Internet zu sehen sein. Den simultanen Auftakt macht am 23. April die Weltpremiere von „Nice Guy Johnny“ von Ed Burns. Der Zugang zu diesem Angebot erfolgt für in den USA lebende Interessenten über einen Premium Pass zum Preis von 45 Dollar.

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